Essbare Wildpflanzen

  • Bytom
    Apr 07, 2016
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    Essbare WildpflanzenGrundsätzlich ist alles, was die Natur hervorbringt, essbar. Nur manches ist eben für Menschen nicht gut verträglich oder sogar giftig. Daher ist es von Vorteil, essbare Wildpflanzen kennen zu lernen. Nicht, weil man vielleicht im nächsten Urlaub ein Überlebenstraining in der Wildnis anstrebt und daher wissen sollte, mit welchen Pflanzen man seinen Hunger stillen könnte, sondern weil die Wildpflanzen auch oft sehr viele gesundheitsfördernde Eigenschaften haben.

    Man kann die essbaren Wildpflanzen in mehrere Gruppen einteilen. Die Unterscheidungsmerkmale lassen zahlreiche Einordnungen zu. Zum Beispiel nach dem essbaren Teil, also nach Früchten, Blättern oder Wurzeln. Oder man teilt nach Verwendung ein, unterscheidet dabei nach Tee, Salat oder Gemüse. Bekannt ist selbst dem Laien der Brennesselsalat, das Sauerampfergemüse oder der Salbeitee, wobei die Grenzen hier selbstverständlich fließend sind, denn aus Brennsesseln kann man durchaus auch einen wohlschmeckenden Tee zubereiten. Da aber, wie erwähnt, nicht alle Pflanzen für den menschlichen Verzehr geeignet sind, ist Vorsicht geboten. Die giftige Vogelbeere, die Tollkirsche, der hübsch bunte Fliegenpilz ist schon manchen sehr übel bekommen. Vor allem Kinder sind stark gefährdet, weil die giftigen Vertreter leicht mit leckeren, süßen Früchten verwechselt werden können. Daher ist vor dem Sammeln und Verzehren der essbaren Wildpflanzen gründliches Kennenlernen der einzelnen Pflanzen sehr wichtig. Dies trifft besonders auch auf Pilze zu.

    Wer sich für die Bereicherung seines Speiseplans durch essbare Wildpflanzen interessiert, hat vielfältige Möglichkeiten. Die unterschiedlichsten Zubreitungsformen sind denkbar, hier kann man die Phantasie spielen lassen, ob man nun Gänseblümchen roh als Salatzutat verwendet oder aus goldgelben Löwenzahnblüten wohlschmeckenden Honig herstellt - der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Mit zunehmender Erfahrung lässt sich der Spielraum erweitern, man kann dann die essbaren Wildpflanzen auch gezielt als Medizin einsetzen.

    Außerdem ist die Verwendung von essbaren Wildpflanzen in der heimischen Küche nicht nur wegen der gesundheitsfördernden Eigenschaften der Pflanzen zu befürworten. Schon das Suchen und Aufspüren der Pflanzen in Wald und Feld bedingt Bewegung an der frischen Luft, das Sammeln und Sichten der Ernte regt die Sinne an, die frisch verwendeten Zutaten lassen die Speisen zu wahren Vitaminbomben werden. Und wer im Herbst Haselnüsse oder Bucheckern sammelt, kann sich auf gesunden abendlichen Knabbergenuss freuen.

    Essbare GräserEssbare Gräser

    Essbare Gräser stammen aus der Pflanzenfamilie der Süßgräser, bzw. der "echten Gräser". Süßgräser gehören zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschen und stellen weltweit die Nahrungsgrundlage dar. Weizen, Hafer, Roggen und weitere bekannte Getreidesorten gehören zu dieser Pflanzenfamilie. Reis stellt die älteste Kulturpflanze der Süßgräser dar. Die Nutzpflanze besteht zu einem Großteil aus Stärke, einem kleinen Anteil an Eiweiß und einem minimalen Anteil an Mineralstoffen, Spurenelementen sowie Vitamin B1 und B2. Wird der Reis allerdings Verarbeitungsverfahren unterzogen, ist er geschält und poliert, schrumpft auch der Vitamingehalt. Reis kann verschiedenartig verarbeitet werden. Die Zubereitung erfolgt durch kochen oder dünsten. Reis wird auch zu Schnaps, Essig oder Wein weiterverarbeitet. Seine Einsatzgebiete sind vielfältig.

    Der Familie der Süßgräser gehören insgesamt 650 Gattungen mit ca. zehntausend verschiedenen Arten an. Das Pendant zu diesen essbaren Gräsern bilden die Sauergräser, zu denen Riedgräser und Binnengewächse gehören. Essbare Gräser bieten allgemein einen hohen Ballaststoffanteil und sind zudem Lieferanten von Stärke, Zucker, Fett und ätherischen Ölen. Von den bekannten Süßgrasgattungen werden maximal sieben Prozent als Nahrung, Bau- oder Werkstoffe genutzt und verarbeitet. Die bekannten Getreidesorten decken die Hälfte der Nahrungsenergie ab und bilden somit den maximalen Verarbeitungsanteil unter den Süßgräsern. Die Nutzpflanze Bambus findet sowohl in der Nahrungsindustrie als auch in der Werk- und Baustoffindustrie Verwendung. Möbel, Trinkgefäße und Häuser werden aus Teilen des Bambus gefertigt und für die Gewinnung von Biotreibstoff ist Bambus unverzichtbar. Die Sprossen des Bambus werden vorwiegend in asiatischen Ländern als Nahrungsbeilage verwendet. Gerste, ein weiteres essbares Gras, wird zur Herstellung von Malz und Whiskey in der Spirituosenindustrie eingesetzt, aber auch zur Herstellung von Malzkaffee oder Frühstücksflocken.

    Die Geschichte des Getreideanbaus ist schon über zehntausend Jahre alt. Die Menschen entdeckten essbare Gräser und erkannten, dass man diese gezielt anbauen konnte. Sie waren auf die Ernte angewiesen, wurden dadurch seßhaft und sicherten ihre Lebensgrundlage. Unter den Gräsern entdeckten sie auch Würz- und Heilpflanzen. Die abdichtende Wirkung von Schilf macht dieses Süßgras zu einem beliebten Abdeckmaterial, z.B. für Häuser. Sobald der Süßgrasbedarf der Menschen gedeckt ist, werden die übrigen Süßgräser der Futtermittelverwendung für Rinder, Schafen und Ziegen zugeführt.

    Essbare Wildfrüchte

    Was gibt es Schöneres, als an einem schönen Sonntagnachmittag einen Spaziergang durch einen Wald zu machen. Wenn man Lust hat etwas zu naschen, bedient man sich einfach der Natur. So macht Natur Spaß. Es gibt viele Schätze in der Natur, die köstlich schmecken. Jedoch ist bei allem, was man in freier Natur finden kann, auch Vorsicht geboten. Nicht alle knallbunten Wildfrüchte, die verlockend an einem Baum hängen, sind genießbar. Ganz im Gegenteil können die schönsten Früchte manchmal am giftigsten sein. Das beste Beispiel ist hier wohl die Vogelbeere. Sie verlockt mit ihrem verführerischen Rot und sieht einfach köstlich aus, dabei ist sie eine der giftigsten Wildfrüchte überhaupt. Aber auch wenn die Natur solche gemeinen Attrappen geschaffen hat, so hat sich auch durchaus Köstlichkeiten zu bieten, die der Mensch einwandfrei vertragen kann.

    Zum Beispiel findet man bei einem herbstlichen Spaziergang essbare Wildfrüchte wie die Esskastanie auf dem Boden vor sich, die kurz vorher vom Baum gefallen ist. Esskastanien schmecken hervorragend, wenn man sie mit nach Hause nimmt und dort im Ofen zubereitet. Eine weitere essbare Wildfrucht ist die Berberitze, die auch als Sauerdorn bekannt ist. Sie lockt mit ihren fröhlichen gelben Blüten. Oft mit dem Sauerdorn verwechselt, nicht aufgrund des Aussehens, sonder wegen des Geschmackes, wir der Sanddorn. Dabei handelt es sich jedoch um keine Blüten, sondern um Früchte, die an gelbe Hagebutten erinnern. Sehr beliebt sind auch Wacholderbeeren. Diese sind sehr weit verbreitet in der Natur, eignen sich jedoch nicht zum direkten Verzehr. Wacholderbeeren sind vielmehr ein Gewürz, welches sich ausgezeichnet zu Hause zum Kochen verwenden lässt.

    Zu den gängigen essbaren Wildfrüchten, die man aus dem Supermarkt kennt, gehören die Himbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren und Stachelbeeren. Aber auch der Aprikosenbaum oder der Pflaumenbaum gehört zu den Wildfrüchten, die in freier Natur zu finden sind. Sehr in Mode geraten sind mittlerweile auch Cranberrys. Sie gehören ebenfalls zu den Wildfrüchten. Sie sind sehr beliebt in de USA, jedoch findet man sie heute auch in fast jedem gut sortierten Supermarkt.

    Johannisbeere Wildobst

    Es gibt auch sehr exotische Wildfrüchte, wie die Wu-Wi-Zi Chinabeere. Wie der Name schon verrät, kommt diese Beere ursprünglich aus China, ist aber auch in Deutschland beheimatet. Es gibt viele Wildfrüchte zu entdecken, jedoch sollte man sich vor dem Verzehr sicher sein, dass es sich nicht um eine giftige Pflanze handelt.

    Essbare Wildkräuter

    Frisch, grün und würzig! Frische Kräuter werten Mahlzeiten auf und gehören deshalb in jede Küche. Dabei sind essbare Wildkräuter den Gartenzüchtungen weit überlegen, da sie ein Vielfaches an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen enthalten. Durch ihre Bitterstoffe regen Sie den gesamten Stoffwechsel an und tun Leber und Galle gut. Lange wurden Wildkräuter nicht mehr beachtet und abfällig als Unkraut bezeichnet. Ältere Menschen und Kräuterkundige kennen diese Wildkräuter noch und wissen um ihre Bedeutung. Ganz früher waren diese Kräuter Lebensgrundlage und später, in Notzeiten, Ersatz für Gartengemüse. Doch in den letzten Jahren kehrten Wildkräuter, auch dank einiger Fernsehköche, wieder zurück in die heimische Küche.

    Löwenzahn Wildkraut

    Am besten schmecken Wildkräuter natürlich im Frühling, wenn sie noch ganz zart sind. Aber auch später im Jahr sind diese Kräuter im Salat und als Gemüse ein Geschmackserlebnis. Wer noch nie Wildkräuter gegessen hat, kann sich langsam herantasten: Ein paar Löwenzahn- und Sauerampferblättchen im Salat, 1-2 Stengel junge Brenneseln im Spinat mitkochen und etwas fein geschnittenen Gundermann und Giersch mit Gartenkräutern vermischt in Quark einrühren. Natürlich sollte nur gesammelt werden, was man sicher kennt. Kräuterwanderungen und Bücher helfen beim Kennen lernen. Wildkräuter immer abseits von viel befahrenen Straßen pflücken! Die bekanntesten Wildkräuter sind: Löwenzahn Bärlauch, Sauerampfer und Gänseblümchen. Doch auch Brennessel, Brunnenkresse, Vogelmiere, Gundermann, Giersch und Wegwarte zählen dazu. Sie alle enthalten reichlich Vitamine und Mineralstoffe.

    Wie werden die Wildkräuter verwendet? Junge Löwenzahnblätter für Salat, gekocht oder in Butter gedünstet. Beim Kochen und Dünsten verlieren die Blätter jedoch an Aroma. Sauerampfer und Brunnenkresse wird ebenfalls für Salat verwendet, aber auch für feine Suppen. Bärlauch wurde in den letzten Jahren fasst ein Trendkraut und es gibt genügend Rezepte dazu. Gänseblümchenblätter und -blüten , Vogelmiere, Gundermann, Spitzwegerich und Giersch schmecken würzig, unter den Salat oder in Quark gemischt. Spitzwegerich, Giersch und Wegwarte sind auch als Gemüse geeignet. Brennesseln können wie Spinat verwendet werden: Als Suppe, Gemüse, in Füllungen und Aufläufen. Mit all diesen Wildkräutern kann in der Küche experimentiert werden und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, denn Wildkräuter sind gesund und schmecken.
     

    Quelle Fotos: pixabay.com

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